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Polens Regierungschef Donald Tusk sieht seinen Amtsvorgänger Jaroslaw Kaczynski als Personifizierung des populären Krümelmonsters aus der Fernsehserie "Sesamstraße". Tusk widersprach am
Donnerstag energisch Berichten, er habe seinen national-konservativen Widersacher ein "Ungeheuer" genannt. Wenn überhaupt, dann assoziiere er den Oppositionsführer Kaczynski mit dem
Krümelmonster, sagte Tusk am Donnerstag in Warschau. Das sei eine sympathische Gestalt, nichts Böses, erklärte der Regierungschef.
Auslöser der ungewöhnlichen Erklärung Tusks war eine Beschwerde Kaczynskis. Dieser hatte sich beklagt, während eines Telefongesprächs mit
seinem Zwillingsbruder, Präsident Lech Kaczynski, am vergangenen Sonntag die Worte "Ungeheuer ruft an" im Hintergrund gehört zu haben. Zu diesem Zeitpunkt verhandelte der Präsident mit Tusk über
die Ratifizierung des EU-Reformvertrags. Wenn man unter Druck stehe, höre man manchmal Stimmen, so Tusk.
Im Vorfeld versuchte Kaczynski als Oppositionsführer der Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) die Ratifizierung zu verhindern. Tusk ist Regierungschef und gilt als Gegenspieler der
Kaczynski-Brüder, kann durch die Amtszeit von Lech Kaczynski als Staatspräsident durch sein Vetorecht aber nur bedingt eigene Gesetzesentwürfe durchsetzen. Die politischen Handlungsmöglichkeiten
sind folglich mindestens bis 2010 begrenzt, da dann die Wahl (direkt) zum Staatspräsident ansteht.
(APA/dpa/derstandard.at)


